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Türkei - Menschen und Kulturen

Die exakte Zusammensetzung der türkischen Bevölkerung ist nicht genau auszumachen. Während der Volkszählung wurde die ethnische Zugehörigkeit nicht festgestellt. Ermittelt wurde dagegen die Muttersprache. Sehr umstritten ist auch die genaue Zahl der Kurden. Sie sind wohl die größte Minderheit in der Türkei. In der Türkei leben etwa 70 – 80 % Türken, 20 bis 30 % Kurden, Araber, Zaza, Albaner, Tscherkessen, Georgier als auch verschiedene andere kleine Volksgruppen. Angaben über die Bevölkerung der Türkei gelten nicht immer als zuverlässig. Besonders bei älteren Menschen sind die Geburtsdaten oftmals falsch, da in der Türkei früher Kinder erst dann angemeldet wurden, wenn dazu gerade Zeit war. Bei jüngeren Menschen sind diese Daten allerdings selten falsch. Seit der Gründung der Republik im Jahre 1923 wuchs die Bevölkerung rasch an. 1927 lebten im Land rund 14 Mio. Menschen. Im Jahre 2003 waren es hingegen schon knapp 70 Mio. Das Wachstum der Bevölkerung hat sich in letzter Zeit sehr verlangsamt.

Die Türkei ist mittlerweile zu gleichen Teilen ein Auswanderungs- sowie auch ein Einwanderungsland. Aus dem Balkan, Griechenland, Iran, Nahen Osten, Zentralasien, Krim kamen nach dem Fall des eisernen Vorhangs Aussiedler in die Republik. Auch locken die Ferienparadiese am Mittelmeer viele Ausländer an, die sich hier niederlassen möchten, oder zumindest einen Teil des Jahres hier verbringen möchten. Auf der anderen Seite, haben bereits viele Minderheiten das Land verlassen. Zu ihnen gehören überwiegend Kurden, aber auch Griechen, Juden, Zaza, Jesiden sowie Mio. Türken, die für sich keine Perspektive in diesem Land sehen. Die Bevölkerung der Türkei ist sehr jung. Das durchschnittliche Alter der Bevölkerung liegt bei 27,3 Jahren. Dies liegt nicht zuletzt an der hohen Zahl von Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahren. Die medizinische Grundversorgung wird vom Staat gestellt. Allerdings werden die privaten Krankenhäuser bei den Touristen bevorzugt. Die Versorgung im Krankenhaus funktioniert auch nicht ganz so, wie in Deutschland.
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes liegt bei 66 Jahren, bei Frauen liegt sie bei 71 Jahren. Seit der Gründung der türkischen Republik wird sich bemüht, die Stellung der Frau in der Gesellschaft weiter zu verbessern. In der Türkei dürfen Frauen schon länger wählen, wie in Deutschland. Seit 1930 ist dies erlaubt. Seit 1934 können Frauen auch gewählt werden.

Im Jahre 2004 wurde ein Gesetz erlassen, das so genannte „Ehrenmorde“ mit lebenslanger Haftstrafe bestraft. Davor konnten bei solchen Morden oft mildernde Umstände geltend gemacht werden. Alles in Allem empfinde ich die Türkei als sehr sicheres Land. Es wird besonders viel für die Sicherheit der Touristen getan. Man trifft überall auf Polizei ohne sich dabei irgendwie gestört zu fühlen. Die hohen Strafen erfüllen ihren Sinn. Sie wirken oft wirklich abschreckend. Somit kommt es oft gar nicht zu Verbrechen. Was allerdings in der Türkei noch vorhanden ist, was allerdings immer weniger wird und auch nicht öffentlich angeprangert wird, ist die Bestechlichkeit. In Deutschland würde man sich mit 50 € die man bei einer Fahrzeugkontrolle in den Führerschein legt, lächerlich machen, in der Türkei bewahrt dies vor der Alkoholkontrolle. Aber dies wird natürlich offiziell nicht zugegeben. Funktionieren tut es aber meistens doch.